Nachbarschaftsmodell

Gemeinsam geniessen – statt einsam verzichten; nicht bloss Wohnungen, sondern Nachbarschaften errichten: Das ist das Konzept von «Neustart Schweiz». Durch den Umbau unserer anonymen Siedlungen in multifunktionale Nachbarschaften mit einem intensiven Innenleben, können wir die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft übertreffen, den Planeten retten – und zusammen viel Spass haben!

Und so sieht eine typische Nachbarschaft gemäss dem Modell von Neustart Schweiz aus:

  • Grössenordnung: sie umfassen zwischen 400 und 800 Bewohner_innen.
  • Demographische Zusammensetzung: sie entsprechen ungefähr der allgemeinen Bevölkerungsstruktur.
  • Gebäudestruktur: sie umfassen ein kompaktes Siedlungareal, urban oder suburban; es wird eine Ausnutzungsziffer von mindestens 2 angestrebt, die durchschnittliche Wohnfläche pro Person soll 35 m2 nicht übersteigen.
  • Organisation: sie sind als rechtliche Person organisiert (Verein, Genossenschaft) und demokratisch strukturiert.
  • Wohnformen: Nachbarschaften bieten eine breite Palette von Wohn- und Haushaltformen an, von Einzelzimmern über Familienwohnungen bis zu Wohngemeinschaften; die Privatsphäre wird respektiert.
  • Soziales: sie übernehmen einen Teil der sozialen Aufgaben, wie: Haus- und Pflegearbeit, Kinderbetreuung, Unterstützung von gebrechlichen oder alten Menschen, Organisation gesellschaftlicher und kultureller Anlässe.
  • Infrastruktur: sie unterhalten an Ort und Stelle eine gemeinsam genutzte Infrastruktur, die die Lagerung, Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln und Konsumgütern übernimmt und eine gemeinsame Nutzung von Räumen, Gütern und Dienstleistungen erlaubt.
  • Verkehr: Nachbarschaften sind an öffentliche Verkehrsmittel angebunden, Privatautos stehen als Leihautos für begründete Ausnahmen zur Verfügung.
  • Ökologie: sie garantieren einen verringerten Energie– und Materialverbrauch, der höchstens der 2000-Watt-Gesellschaft (optimal: 1000 Watt) bei einer Tonne CO2 bzw. einem ökologischen Fussabdruck von einer Erde entspricht.
  • Landwirtschaft: sie sind mit landwirtschaftlichen Betrieben der Region verbunden und beziehen von diesen einen möglichst grossen Teil ihrer Lebensmittel (Vertragslandwirtschaft, Stadt/Landgenossenschaft usw.).
  • Einbettung in die Siedlungsstruktur: Nachbarschaften sind in Quartiere oder Landstädte eingebettet, die weitere Dienstleistungen in Fussdistanz anbieten.

Das ist ein Modell: keine reale Nachbarschaft wird ihm je entsprechen!